Der Berg liest wieder am 29. September — Mach mit!

Das Lese­fes­ti­val „Der Berg liest“ in der Elber­felder Nord­stadt. Über 200 Leseter­mine an 100 Lese­orten in einem Vier­tel, das wün­schen wir uns! Da ist für jeden was dabei.

» Auf unser­er » Google Map wirst Du sehen, wo, welche Lesung stat­tfind­et.

Worum geht’s? Nach­barn und Nach­barin­nen lesen ihre Liebling­s­texte vor – dort, wo es ihnen gefällt: im eige­nen Wohnz­im­mer, in der Küche, im Trep­pen­haus, auf dem Dachbo­den, unter Bäu­men oder sog­ar im Auto. Gele­sen wird am Arbeit­splatz, im Klassen­z­im­mer, im Laden­lokal, in der Kneipe. Fast alles ist möglich. Die Idee zu diesem Lese­fes­ti­val hat­te der Vere­in „Unternehmer/innen für die Nord­stadt e.V.“. Der Vere­in koor­diniert die Aktion und organ­isiert die Öffentlichkeit­sar­beit.

» Hier geht es zum Hin­ter­grund und zum Aufruf zu diesem Fes­ti­val.

Mit dem Acro­bat Read­er kön­nt Ihr das PDF-For­mu­lar am Bild­schirm aus­füllen, aus­druck­en und uns vor­ab per Mail zuschick­en.

Der Berg liest – Lese­fes­ti­val Nord­stadt Elber­feld
Kon­takt: Unternehmer/innen für die Nord­stadt e.V./Uwe Peter/Steven März
Tel.: 0178 91 44 824, E-Mail: lesen@nord-stadt.de

Sabine Comes Bilder auf dem Kunst- und Kulturmarkt

Am Son­ntag, den 2.6. von 11 bis 18 Uhr, ist wieder Kun­st- und Kul­tur­markt auf dem Otto-Böhne-Platz. Unter anderem wer­den Zeich­nun­gen und Bilder von Sabine Comes (gest. 2017) ange­boten. Die Ölberg­er Kün­st­lerin hat in ihrer Schaf­fenspe­ri­ode eine unglaubliche Band­bre­ite an Bildern gemalt und geze­ich­net. Die Erlöse wer­den für die Druck­kosten ein­er Doku­men­ta­tion ver­wen­det.

Nordstadtbroschüre ist da!

Die 14. Aus­gabe der Nord­stadt­broschüre “alles auf unserem berg” ist Ende April erschienen und bere­its an die Haushalte verteilt wor­den. Soll­test Du keine Broschüre erhal­ten haben und auch in den Kneipen und Kioske keine mehr find­en, melde Dich unter 0202–3702944 oder schicke eine kurze Mail an: nsb[ätt]uwepeter.de. Natür­lich kannst Du die Broschüre unter der Rubrik Nord­stadt­broschüre auch online anschauen.

80 Porträts von Fir­men, Dien­stleis­tern und Insti­tu­tio­nen sind in der Broschüre enthal­ten. Désirée Angelko­rte schreibt über den aktuellen Stand rund um das The­ma Mobil­ität hier in der Nord­stadt. Eben­falls von Désirée gibt es einen Artikel über neue Läden in der Nord­stadt. Viel Spaß beim Lesen!

 

Neue Strukturen für das Ölbergfest

Ölbergfest soll neue Strukturen bekommen

Der Vere­in „Unternehmer/innen für die Nord­stadt e.V.“ hat auf sein­er let­zten Mit­gliederver­samm­lung am 10. Jan­u­ar 2019 beschlossen, dass das Ölbergfest nicht mehr im Rah­men der Vere­in­sak­tiv­itäten organ­isiert wird und eine erweit­erte Organ­i­sa­tion­sstruk­tur bekom­men soll.
Der Vere­in schlägt vor, dass inter­essierte Men­schen aus dem Unternehmer*innenverein, wie auch Nicht­mit­glieder, die auf dem Ölberg oder in der Elber­felder Nord­stadt wohnen, einen gemein­nützi­gen Vere­in grün­den. Dessen Zweck und Ziel wäre es, das Ölbergfest alle zwei Jahre durchzuführen. Dabei wird es wichtig sein, die Bewohner­in­nen und Bewohn­er des Ölbergs über die Pla­nun­gen zu diesem Fest zu informieren und aktiv bei der Vor­bere­itung und in der Durch­führung einzubeziehen. Eine Kom­merzial­isierung oder Weit­er­gabe an ölbergfremde Organ­i­sa­tion­sstruk­turen soll aus­geschlossen sein.
“Wir freuen uns über viele weit­ere großar­tige Feste auf dem Ölberg: nach­barschaftlich, tol­er­ant, leck­er, stim­mungsvoll, tanzwütig, nach­haltig glas­frei und ohne Nazis.” heißt es abschließend in der Presseerk­lärung.

Die kom­plette Presseerk­lärung find­est Du »hier

Inter­esse, das näch­ste Ölbergfest mit vorzu­bere­it­en (Keine Anmel­dung für Stände oder Musi­cacts!!)? Schreib an:  fest [ätt] nord-stadt.de

 

Grundschule Marienstraße sucht Unterstützer für die nächste Herbstfahrt benachteiligter Kinder

Grundschule Marienstraße hofft auf Unterstützung.⇥Foto: Katharina Freiknecht

Foto: Katha­ri­na Freiknecht

WZ Wup­per­tal — Von Bernadette Brutscheid

Ölberg. Die guten Erfahrun­gen der let­zten Fahrt sor­gen nun für eine Wieder­hol­ung. Andrea Opper­mann, Direk­torin der GGS Marien­straße, hat für viele Kinder ihrer Schule ein Ange­bot geschaf­fen, das über den Schu­lall­t­ag hin­aus­ge­ht. Zusam­men mit ehre­namtlichen Helfern möchte sie wieder eine ein­wöchige Herb­st­fahrt organ­isieren für Kinder, deren Eltern finanziell dazu nicht in der Lage sind. Auf der Spenden­plat­tform „Gut für Wup­per­tal“ von Stadtsparkasse, WSW und WZ hat sie daher ihr Pro­jekt vorgestellt und hofft auf Unter­stützung.

Die GGS Marien­straße liegt in einem sozialen Bren­npunkt, viele Fam­i­lien leben mit ihren Kindern am Exis­tenzmin­i­mum. „Es kann nicht sein, dass diese Kinder benachteiligt sind und nicht so am sozialen Leben teil­nehmen kön­nen wie andere“, find­et Opper­mann. Oft­mals waren die Kinder noch nie im Urlaub oder haben das Meer gese­hen. Dank Unter­stützung von Kinder­tal, Car­i­tas oder Rotaryclub kon­nte im Herb­st bere­its für 35  Mäd­chen und Jun­gen der Klasse zwei bis vier eine Woche auf Wangerooge finanziert wer­den. Und das soll im kom­menden Jahr wieder­holt wer­den. Ziel ist dann die Insel Borkum. Es soll eine sportliche und sehr bewe­gung­sori­en­tierte Fahrt wer­den, in der die Kinder viele Sportarten ken­nen­ler­nen. Sport, Urlaub und gesellschaftliche Teil­habe sollen ver­bun­den wer­den für Kinder, die son­st dazu nicht die Möglichkeit haben.

330 Euro kostet die Fahrt pro Kind. 120 Euro als Unter­stützung kön­nen abgerufen wer­den, die Eltern müssen einen Eigenan­teil von 80 Euro auf­brin­gen. „Das sehen wir als Zeichen der Wertschätzung“, so Opper­mann. Der Rest soll durch die Spende­nak­tion aufge­bracht wer­den. Unterge­bracht sind die Kinder und ihre Begleit­er in einem Jugendgäste­haus. Es sind schon Spenden einge­gan­gen, aber 1400 Euro fehlen noch. Doch Opper­mann ist opti­mistisch, dass sie die Summe zusam­men­bekommt. „Wir müssen schon Klinken putzen, aber der Ein­satz lohnt sich.“ Alle Begleit­er — unter anderem die Schul­sozialar­bei­t­erin — betäti­gen sich ehre­namtlich und tra­gen ihre Kosten sel­ber. Es ist wed­er eine Klassen­fahrt, bei der die Kosten für finanzschwache Fam­i­lien über­nom­men wer­den, noch die Fahrt eines freien Trägers, die oft­mals für die betrof­fe­nen Eltern uner­schwinglich sind. Zudem ken­nen Kinder und Eltern die Lehrer und beglei­t­en­den Per­so­n­en. Im kom­menden Jahr soll die Fahrt offen sein auch für Kinder aus anderen Grund­schulen des Stadt­teils. Langfristig soll die Fahrt  in ein­er Koop­er­a­tion mit Sportvere­inen im Stadt­teil ver­ankert wer­den.

Weit­ere Infos unter: gut-fuer-wuppertal.de/projects/66576

Architekturpreis für die neuen Fenster der Friedhofskirche

Neue Fen­ster Fried­hof­skirche Foto: Frank Bil­da

Es ist ein wun­der­bares Advents­geschenk, so sagte Pfar­rerin Der­mann im Gottes­di­enst am 1. Advent in der Fried­hof­skirche. Zwei Tage zuvor wurde der Architek­tur­preis der Evan­ge­lis­chen Kirche im Rhein­land ver­liehen. Die evan­ge­lis­che Kirchenge­meinde Elber­feld-Nord hat­te sich mit den neuen Fen­stern der Fried­hof­skirche in der Kat­e­gorie „Kun­st in der Kirche“ bewor­ben.

In dieser Kat­e­gorie erhielt die Fried­hof­skirche den 2. Platz, auch das schon ein sehr erfreulich­es Ergeb­nis. Für alle uner­wartet wurde zusät­zlich ein Preis für gelun­gene Denkmalpflege ver­liehen, den die Fried­hof­skirche gewann. Das Preis­gericht zeich­net die „überzeu­gende kün­st­lerische Gestal­tung“ aus. Das in der Wup­per­taler Gemeinde aus­führlich disku­tierte Konzept sei „vor­bild­haft für den Umgang mit einem denkmalgeschützten Kirchen­raum – 100 Jahre nach sein­er Errich­tung“.

Pfar­rer Knorr bis 2010 Pfar­rer an der Fried­hof­skirche entwick­elte das Pro­jekt und fand in dem Kün­stler Gün­ter Grohs aus Wernigerode einen sen­si­blen und her­vor­ra­gen­den Kün­stler, der die Fen­ster kün­st­lerisch entwick­elte, mit der Glaswerk­statt Schneemelch­er eine sehr gute Fir­ma, die die Vor­gaben des Kün­stlers umset­zte. Seit 2010 ging es mit Pfar­rerin Der­mann weit­er, die das Gesamtkunst­werk im Sep­tem­ber 2017 ein­wei­hen kon­nte. Die Kosten wur­den auss­chließlich über Spenden gedeckt, ein großes Engage­ment von Gemeinde und Insti­tu­tio­nen Wup­per­tals, ein Grund zu beson­derem Dank.

Nun stand am ver­gan­genen Fre­itag eine Abor­d­nung der Gemeinde und Herr Schneemelch­er im Lan­deskirchenamt in Düs­sel­dorf und durften mit großer Freude die Urkunde für den Preis ent­ge­gen­nehmen.

Auch im Dezem­ber laden viele Ver­anstal­tun­gen in die Fried­hof­skirche an der Elber­felder Hochstraße ein, eine gute Gele­gen­heit die Fen­ster zu besichti­gen.

nung der Gemeinde und Herr Schneemelch­er im Lan­deskirchenamt in Düs­sel­dorf und durften mit großer Freude die Urkunde für den Preis ent­ge­gen­nehmen.

Auch im Dezem­ber laden viele Ver­anstal­tun­gen in die Fried­hof­skirche an der Elber­felder Hochstraße ein, eine gute Gele­gen­heit die Fen­ster zu besichti­gen.

Wolfgang Niehaus ist gestorben

Wolf­gang Niehaus ist am 19. Juli 2018 kurz vor seinem 70sten Geburt­stag gestor­ben. Wolf­gang hat­te viele Jahre den Plat­ten­laden more music in der Gertru­den­straße 1. Er bleibt vie­len von uns als fein­füh­liger, humor­voller, grum­mel­nder und wun­der­bar­er Nach­bar in Erin­nerung. Sein Wis­sen, sein Ver­ständ­ndis über Musik, seine Lei­den­schaft dafür drück­ten sich in ein­er immensen Plat­ten­samm­lung aber auch durch aktive Teil­nahme zulet­zt im Sax­ophonorch­ester Sax for Fun aus. Wolf­gangs Lesun­gen in der Heiß­man­gel von Frau Bietz waren ein High­light beim Lese­fes­ti­val “der Berg liest”.

Ein wun­der­schönes Video mit Wolf­gang kann hier angeschaut wer­den:
www.youtube.com/watch?v=sj_ZipqdrgM&t=8s

Die Trauer­feier mit anschließen­der Urnen­beiset­zung find­et statt am Mittwoch, dem 8. August 2018, um 13.00 Uhr auf dem Fried­hof Elfring­hausen, Felder­bach­straße 67, 45529 Hat­tin­gen.

Trauer­an­schrift: Jut­ta Niehaus, c/o KIRSCHBAUM BESTATTUNGEN,
Marien­str. 82, 42105 Wup­per­tal

Anstelle fre­undlich zugedachter Blu­men und Kränzen erbit­ten wir in Wolf­gangs Sinn eine Spende an das Sax­ophonorch­ester, in dem er lange gespielt hat, SAX FOR FUN e.V.
IBAN: DE59 3305 0000 0000 4075 85, BIC: WUPSDE33XXX, Stich­wort: Wolf­gang Niehaus

ZirkusAktionswoche 2018

Seit acht Jahren bietet die Kirche auf dem Ölberg eine AktionsWoche in der ersten oder let­zten Ferien­woche, auf dem Schus­ter­platz oder der Kirche auf dem Ölberg an. Es ist ein buntes Ferien­pro­gramm für Kinder vom Ölberg. In den let­zten Jahren nah­men täglich bis zu 60 Kinder daran teil.

In diesem Jahr wird es eine ZirkusAk­tionsWoche geben, wie in den drei ver­gan­genen Jahren. Täglich vom 16.- 20. Juli von 16.00 – 18.00 Uhr, in der Kirche auf dem Ölberg, Roland­straße 15. Dies ist durch die bere­itwillige Unter­stützung der Lei­t­erin des Schul­pro­jekt-Zirkus Krümel von der Rudolph Stein­er Schule und Kindern & Eltern des Zirkus Krümel möglich.

Die Kinder kön­nen im Vor­pro­gramm viele Dinge einüben: Jonglieren, auf Laufkugeln laufen, Ein­rad fahren und vieles mehr. Anschließend wer­den im Plenum Kun­st­stücke aufge­führt, Lieder gesun­gen, eine bib­lis­che Geschichte erzählt und ein Pup­pen­stück vorge­spielt.

Für die Eltern ist auch bestens gesorgt, sie kön­nen einen Kaf­fee und ein Stück Kuchen bekom­men. Die ganze Woche ist für die Kinder kosten­los. Alles wird über Spenden vom Ver­anstal­ter, der Kirche auf dem Ölberg, Roland­straße 15 in Wup­per­tal Elber­feld getra­gen.

Das Ölbergfest am kommenden Samstag, den 16. Juni

Das Ölbergfest 2018 von 15 bis 24 Uhr – vom Nach­barschafts­fest zum größten Street Dance Fes­ti­val Deutsch­lands and vice ver­sa

Am Sam­stag startet das 8. Ölbergfest in der Elber­felder Nord­stadt, eines der beliebtesten Stadt­teil­feste Wup­per­tals. Die Marien- und einige Seit­en­straßen und Plätze ver­wan­deln sich in eine aut­ofreie Zone mit viel Spaß, Musik, Kul­tur und inter­na­tionalen Spezial­itäten. Haupt­pro­gramm­punkt: Nach­barschaften feiern. Fast 50 Stände mit nach­barschaftlichen und/oder infor­ma­tivem Ange­bot brin­gen Leben auf die Straße. Ergänzt von 60 Stän­den mit inter­na­tionalen Speisen und Getränken: von veg­an bis Kur­dis­tan! Dazu kom­men ins­ge­samt 12 Areas und Büh­nen mit einem vielfälti­gen Pro­gramm. Laut, leise, schräg, mit und ohne vii­iel Bass, für groß und klein — für jede/n ist was dabei. »Hier kann man sich das laufend aktu­al­isierte Pro­gramm anschauen.

Seit Jahren wird für die kleinen Gäste eine beson­dere Kinder­area in der Schus­ter­straße ange­boten. Die ist es nicht ganz so lär­mig und trube­lig, wiewohl mit viel Spaß und Aktion ver­bun­den. Die WSW bietet sog­ar eine spezielle Ölbergfest-Kinder­ral­ley an.

Auch wenn manche schon ver­laut­en lassen, dass das Ölbergfest inzwis­chen zu einem von Deutsch­lands größten Street Dance Fes­ti­vals gewor­den wäre, es ist und bleibt ein Fest, bei dem sich der Ölberg mit seinen tollen Bewohner/innen feiert und das wie immer um 23 Uhr seinen Schlusspunkt mit einem großar­ti­gen Feuer­w­erk set­zt.

Am näch­sten Tag wird aufgeräumt. Macht mit, helft mit! Aber als erstes gilt:
Sam­stag, 16. Juni 18, ab 15 Uhr: Wir feiern den Ölberg – aut­ofrei!

Bitte beacht­en: Auf der gesamten Marien­straße und der Schnei­der­straße darf an diesem Tag nicht geparkt wer­den. Viele Seit­en­straße und Hin­ter­höfe sind an diesem Tag nicht erre­ich­bar. Infos hier unter » www.nord-stadt.de/parken

Unsere Nachbarn: Anke Reichert

Wir fühlen uns von Ihnen bere­ichert“  – Das kriegt Anke Reichert öfter zu hören, vor allem von ihrer Ver­mi­eterin, die sehr glück­lich zu sein scheint, dass die Hob­by-Schnei­derin ihr kleines Ate­lier auf der Marienstraße/Ecke Dorotheen­straße eröffnet hat. Mit dem, was das Schaufen­ster erzählt, würde man Anke Reichert allerd­ings eher in der Haute Cou­ture ver­muten statt in der Hob­by-Ecke.

Es ist wirk­lich bere­ich­ernd, so die Pas­san­ten, dass ein weit­eres staub­blindes Schaufen­ster hier oben zum Leben erweckt wurde. Dabei, so Anke Reichert, sei es ihr erst­mal komisch vorgekom­men hier zu sitzen, nach allen Seit­en hin offen. Denn ursprünglich suchte sie gar kein Geschäft, son­dern nur einen Arbeit­sraum. „Ich kam mir anfangs ein wenig beobachtet vor, so, als wenn Fremde plöt­zlich in meine Woh­nung star­ren wür­den. Eigentlich ist das hier doch nur mein kleines Schnei­derz­im­mer“, lacht die 48-Jährige. Sie wollte mehr Platz zu Hause, das Ate­lier aus­lagern und als sie eines Tages zufäl­lig sah, wie das Laden­lokal bei ihr um die Ecke aus­geräumt wurde, fragte sie nach, bekam eine gute Antwort und beschloss einzuziehen. Das war vor knapp drei Jahren.

Anke Reichert ist gel­ernte Wer­be­fo­tografin und war jahre­lang Mithin­hab­erin des Wer­be­fo­to­stu­dios Spit­zlicht in der Vil­la Media. Nach der Geburt ihres Sohnes vor 13 Jahren war die Vere­in­barkeit von Kind und Beruf schwierig und sie beschloss, sich einen Job mit geregel­teren Arbeit­szeit­en zu suchen. So wurde sie vor elf Jahren Buch­hal­terin in ein­er Fir­ma für Ver­anstal­tung­stech­nik, eben­falls ein Job, der ihr großen Spaß macht und der die per­fek­te Ergänzung zu ihrem Hob­by darstellt: dem Schnei­dern ziem­lich exk­lu­siv­er Damen-Out­fits.

Ich hab schon immer genäht“, erk­lärt die Auto­di­dak­tin, „als Jugendliche auf Mut­ters Näh­mas­chine. Und immer nur das, was mir ger­ade in den Sinn kam.“ Dafür schaut sie im Inter­net oder in Zeitun­gen nach Schnit­ten, sucht Stoffe und Acces­soires wie Pail­let­ten oder beson­dere Gar­ne für Ziernähte in entsprechen­den Geschäften. „Eigentlich zahle ich drauf“, erzählt Anke Reichert. Denn für einen Par­ka oder einen Blaz­er braucht sie schon mal bis zu 30 Stun­den, für eine Bluse zwis­chen zwei und zehn Stun­den, je nach Aufwand. Von dem, was sie für eine exk­lu­sive Klam­otte bekommt, kann die Ölberg­erin, wenn über­haupt, ger­ade ein­mal die Unkosten für das hochw­er­tige Mate­r­i­al deck­en. Aber wie gesagt, sie macht es aus Grün­den, aus denen andere ein Buch lesen, kochen oder Bilder malen, eben just for fun. Und das soll auch mit dem Laden so bleiben: keine Auf­tragsar­beit­en, keine Um- und Änderungss­chnei­dereien, keine Kollek­tio­nen, kein Druck, keine Verpflich­tung. „Ich will Spaß haben, ein­fach nähen.“ Und das mache sie so gerne für sich allein, dass sie manch­mal fast über­rascht sei, wenn jemand den Laden betrete, erk­lärt sie augen­zwinkernd.

Kein Klei­dungsstück gibt es bei Anke Reichert dop­pelt, wenn jemand kommt, der etwas haben möchte, muss es eben passen, denn auch nach­nähen in ver­schiede­nen Größen tut sie ihre Sachen nicht. Manche hät­ten deshalb Berührungsäng­ste here­inzukom­men, weil es ihnen unan­genehm sei, nichts zu kaufen. „Das ist natür­lich Unsinn, denn bei mir etwas zu find­en, dass gefällt und passt, ist eben schwierig. Das ist mir schon klar.“ Ihr Sohn hat da kein Prob­lem. Er ist stolz auf seine Mut­ter und zeigt seinen Kumpels nach der Schule gerne mal Mamas Laden.

Neben Damen-Män­teln, Hosen, Oberteilen und Klei­dern näht Anke Reichert  aus­ge­fal­l­ene Rück­säcke, Shop­per oder Hand­taschen, für die sie alte Luft­ma­tratzen und Wolldeck­en wiederver­w­ertet. Auch Strickar­beit­en wie Schals und Kos­metik-Täschchen find­et man bei ihr. Oder die ein oder andere aus­ge­fal­l­ene Hals­kette, die sie auf Trödelmärk­ten erste­ht und mit denen sie ihren Laden und sich selb­st schmückt. „Ich trage meine Sachen natür­lich selb­st und schnei­dere sie deshalb auch so, dass sie ein­er Frau mit nor­maler Fig­ur passen.“

Der Name des Labels ist übri­gens als Wort­spiel in Anlehnung an ihren Vater B. Reichert ent­standen, was diesen sehr gefreut hat.

Jen­nifer Abels

Geöffnet ist “bere­ichert“ in der Dorotheen­straße 1 (Ecke Marien­straße) immer mon­tags, mittwochs und fre­itags von 15 – 18 Uhr. Und am 16.6. hat Anke Reichert als lei­den­schaftliche Ölberg­erin ihren Laden im Rah­men des Ölbergfestes natür­lich auch für die Nach­barschaft geöffnet.