Charta zur Entwicklung des UTOPIASTADT Campus

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Einmalige Transformationsprozesse
Auf den Flächen rund um den historischen Bahnhof Mirke bietet sich die einmalige Chancefür Stadtentwicklung, Wissenschaft und Gesellschaft, integrative Stadtentwicklung und Transformationsprozesse aus der Breite mitzugestalten, zu beobachten und davon zu lernen. Wuppertal kann hier für die Entwicklung von Quartieren und Städten in der Region und in ganz NRW einen beispielhaft neuen Weg in der Gestaltung von Stadt einschlagen.

Chance für Stadtplätze und Urbanes Mischgebiet
Auf den Flächen sollte dringend die Gelegenheit genutzt werden, in der Auseinandersetzung mit öffentlichen und halböffentlichen Plätzen in einem urbanen Mischgebiet Pilotarbeit in der sozialverträglichen Nachverdichtung und Bewahrung von öffentlichen Räumen zu schaffen.

# 1 _ Integrative Stadtentwicklung
Ein so zentraler und lukrativer Ort, der bereits von vielen Initiativen aus allen Bereichen der Bürgerschaft mit Ideen und stadtverändernden Projekten gestaltet wird, soll im Sinne der Stadt und ihrer Bevölkerung in Kooperation, in Kokreation und in Koproduktion weiter gedacht, gestaltet und mit Leben gefüllt werden.

# 2 _ Breites Engagement fördern
Das bereits seit mehreren Jahren wachsende Engagement an diesem Standort darf nicht nur ausgenutzt, sondern muss gestärkt werden – durch Wahrnehmung, Unterstützung, Wertschätzung und greifbare Rückflussmöglichkeiten für monetäres und insbesondere nicht monetäres Invest in die Stadtentwicklung vor Ort.

# 3 _ StadtRendite für Gesellschaft
Es muss sichergestellt sein, dass hier die sozialen und monetären Früchte der Arbeit vieler ehrenamtlicher AkteurInnen und Initiativen der letzten Jahre nicht einfach von reinen monetären Nutznießern abgeschöpft werden, sondern in die Projekte, Initiativen und Quartiere zurückfließen. Es muss die Frage nach der bereits geleisteten Investition und der Urheber der Projekte gestellt werden. Es muss sichergestellt werden, dass in Zukunft die unrentablen Themen nicht weiter alleine vom Ehrenamt, sondern auch mittels der Erträge der rentablen Flächen nebenan im Sinne einer querfinanzierten Quartiersrendite getragen werden.

# 4 _ Prozess und Geschwindigkeit
Wichtig für eine sozialverträgliche und gesamtgesellschaftlich akzeptierte Entwicklung großer Flächen in Quartieren ist Zeit. Im Entwicklungsprozess muss genügend Zeit sichergestellt werden, in der auch die Bevölkerung an den Entwicklungsprozessen partizipieren und mitgestalten kann. Wichtig ist ein offener Prozess, der sich Zeit nimmt für eine humane Quartiersentwicklung: ein andauerender Geschellschaftsprozess.

# 5 _ Eigentum und Zugriff
Zugriff und Gestaltungshoheit im Sinne sollte langfristig auch über einen ersten Entwicklungsprozess hinaus sichergestellt werden. Am besten durch den Eigentumsübergang der Flächen an eine gemeinwohlorientierte Körperschaft. Auf dieser Grundlage ist dann die Entwicklung verschiedener Eigentums- und Beteiligungsmodelle möglich: Von kommunaler Trägerschaft über Stiftungs- oder Genossenschaftsmodell bis hin zu einer gemeinnützigen gGmbH.

# 6 _ Reallabor und offenes Wissen
Es sollte eine stetige und damit nachhaltige Weiterentwicklungsmöglichkeit des Campus sicher gestellt werden. Alle, die den Campus mit entwickeln und schließlich betreiben, sollen dafür in einem stetigen Austausch für die Generierung und Vermittlung informellen Wissens sorgen und damit aktiv zu sozialer, kultureller und ökonomischer Stabilität auf dem Campus sowie im ganzen Quartier beitragen und einen Wissenspool für andere Quartiere darstellen.

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