Samstag, 19 Mai, 2012 - 08:09

Der Kirchsaal wird zum Festsaal

 

Multifunktional soll der neue Kirchsaal sein - doch wie schafft man einen Raum, der zu verschiedenen Anlässen die je passende Umgebung bietet? Ein modernes Jazzkonzert erfordert schließlich eine andere Atmosphäre als ein Gottesdienst.

Der Raum sollte ein neutraler ›Rahmen‹ sein, er darf weder zu sakral, noch zu modern sein. Aber welche atmosphärische Qualität kann ein derart neutraler Raum noch haben? Ist nicht gerade ein neutraler Raum für alle Veranstaltungen unbrauchbar? Wird er zu einer aussagefreien Hülle? ›Das ist sicher eine Gefahr‹, räumt Frau Fiedler ein. Sie ist jedoch überzeugt davon, mit ihrer Kollegin zusammen eine gute Lösung für dieses Problem gefunden zu haben: ›Der Raum wird wandelbar. Das haben wir über einige verschiebbare Elemente erreicht.‹

 Doch fangen wir beim Raum, nicht bei der Einrichtung an. Der gesamte Raum soll aufgehellt werden. Dabei wird eine ganz besondere Farbe eingesetzt. Sie ist cremeweiß, blendet also nicht und schafft eine wärmere Grundstimmung. Des weiteren wird es mehr Tageslicht geben, auch dadurch wird der Raum heller und freundlicher. Im Gegenzug zur Aufhellung des gesamten Raumes wird der Boden so bearbeitet, dass er ein wenig dunkler wird. Dies schafft eine angenehme ›Erdung‹ und macht den Raumeindruck insgesamt ruhiger.

Soviel zum freundlich-neutralen ›Rahmen‹. Doch wie entstehen darin verschiedene Stimmungen? Wie wird der Raum beispielsweise bei einem Gottesdienst aussehen?

An dieser Stelle kommen die sorgfältig erarbeiteten Details des Raumes zum Tragen: Der Altarbereich wird aus einem wunderbaren Lehmstreichputz gearbeitet. Er ist farblich auf die übrigen Wänden abgestimmt ist, weist jedoch darüber hinaus dezent glänzende Kupfer- und Metalleinschlüsse auf. Wachst man ihn, wird seine geheimnisvolle Anmutung gesteigert. Um die sakrale Stimmung nicht zu stören, können über die sich unter der Decke befindenden Traversen – samt Beleuchtung und sonstiger Technik – Holzsegel gezogen werden. Es bleibt nichts als eine sich wölbende weiße Fläche sichtbar.Stellen wir uns hingegen eine Veranstaltung vor, bei der die Bühne genutzt wird, sind räumliche Anpassungen notwendig: Vor den Altar kann ein Vorhang gezogen werden.

 

Texte und Bilder:
'Hauspost'- Lutherstift Seniorenzentrum Elberfeld, April-Juni 2009

 

Lesen Sie weiter in den Artikeln:
1.) Umbau, Neubau, Anbau - was passiert mit dem Kirchsaal
2.) Kaminzimmer, Raum der Stille, Wintergarten.

 

www.lutherstift.net

 

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