Dienstag, 7 September, 2010 - 22:14

Erinnerungen sind eine Qual

Ich habe gesoffen. So richtig. Bis heute morgen 9 Uhr. Mitten in der Woche.
Und alles nur, weil ich hier nicht klar komme. Ich will zurück in meinen Urlaub.
Da war ich allein, da hatte ich Zeit, da hatte ich nur meine Gedanken.

Und da fängt das Übel an, da liegt die Wurzel allen Unsinns.
Denn ich habe wieder diesen doofen Arsch Gerüstbauer im Sinn. Mist, Mist, Mist.
Ich könnte kotzen.
Ich dachte, ich hätte es überwunden.
Wie war das? Ich muss mir endlich mal überlegen, warum ich die Ortseingangsschilder immer als Ortsausgangsschild verstehe....

Jaja, ich war schon immer besser darin, kluge Tipps zu verteilen, sogar mir selbst. Aber diese dann umzusetzen...
Darüber gibt´s bestimmt einen Haufen kluger Bücher: Die Sen-Mediation, Erkenne dich selbst, Pflanze ein Lächeln, blablabla. So oder ähnlich heißen diese klugen Ratgeber für die schlechten Zeiten im Leben.

Die helfen mir auch nicht weiter. Das einzige, was mir jetzt noch hilft, ist mehr Alkohol.
Mehr Ablenkung, mehr dunkle Nächte und verschlafene Tage, damit die Sonne mich nicht an dieses Wahnsinns-Lächeln erinnert.

Und auf Horst ist auch kein Verlass mehr. Der meldet sich einfach nicht. Ich mich auch nicht. So.
Was er wohl hat? Seit seiner Liebeskummer-Nummer wurd´s plötzlich komisch.
Da war´s dann Essig mit bester Freund und so.
Jetzt hängt er nur noch mit seinen alten Freunden herum, wird plötzlich solide, geht nicht mehr raus, bleibt zu Haus und aus die Maus.
Lange habe ich schon nichts mehr von ihm gehört. Vielleicht sollte ich ihn gleich mal anrufen.

Aber was soll ich ihm sagen? Ich habe nichts mehr zu sagen, weil bei mir die Luft raus ist.
Weil ich jeden Tag für ein verfluchtes Loch halte, aus dem ich nicht mehr herauskomme.
Und weil ich es nicht mehr ertragen kann, dass dieser Penner von Handwerker nicht mehr aus meinem Kopf raus will.
Er ist einfach immer da.
Und das kann ich Horst nicht sagen. Dann wird er wütend.
Richtig fuchsig bestimmt.
Weil er ihn nicht leiden konnte, die beiden konnten sich gegenseitig nicht riechen.

Naja, also bleibt tatsächlich nur noch eins: Scheiß auf die Uni und scheiß auf alles andere, ich geh heute nach der Schicht erstmal wieder raus, tanzen und trinken und versumpfen.
Dann kann ich morgen früh auch wieder die leckere Brühe trinken, die dafür sorgt, dass der Elektrolytehaushalt aufgefüllt wird.
Die habe ich vorsorglich schon gekauft, vier Gläser sollten erstmal reichen, bis ich mir die Gehirnzellen, die für den Handwerker-Vollidioten reserviert sind, auch noch weggesoffen habe.

Frauen und Alkohol...

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