Dienstag, 22 Mai, 2012 - 09:09

„Bewegung der Hüttenbewohner“ aus Südafrika zu Gast bei der 4. Woche


Startdatum/-zeitpunkt: 
25. Juni 2010 - 16:00
Enddatum/-zeitpunkt: 
25. Juni 2010 - 21:50

FREITAG, 25. JUNI ***

--- Wuppertal ---

Ab ca. 16 Uhr: Schusterplatz am Ölberg in Elberfeld
„4. Woche“ der Marginalisierten im Freien.
(Das Geld ist alle. Es gibt Umsonst-Essen)
mit: Unterstützerkreis „4 Woche“ und „Basta! Bewegung gegen das Totsparen und für das Recht auf die Stadt“

Ca. 18:30 Uhr
WER HAT DAS RECHT AUF DIE STADT?
Diskussion mit Video

Südafrika: Die Streiks und Proteste rund um die südafrikanischen Fußballstadien in der vergangenen Woche haben die alltägliche soziale Lage im WM-Land in die Weltmedien gebracht: Seit dem Ende der Apartheid hat sich die soziale Spaltung im Land noch verschärft. Große Teile der ärmeren Bevölkerung hausen unter elenden Bedingungen in Behelfssiedlungen.. Die WM mit ihren Mega-Investitionen hat den SüdafrikanerInnen nicht die versprochen Arbeitsplätze und Wohnungen gebracht. Im Gegenteil. Sie hat dazu beigetragen, die Politik gegen die Armen noch zu verschärfen. Im Vorfeld der WM wurden viel Menschen aus ihren Sidelungen in Umsiedlungslager zu vertrieben. In und um die Stadien dürfen die Straßenhändler nicht arbeiten. Dann wurde auch noch den Beschäftigten in den privaten Sicherheitsdiensten reguläre Lohnzahlungen und erträgliche Arbeitsbedingungen verweigert. Seit der letzten Woche kommt es zu Streiks, die sich auf mehrere Städte und auch Branchen wie die Busfahrer ausgeweitet haben. Es gab demonstrative Besetzungen und Protestmärsche gegen den unsozialen Charakter der WM und den Charakter der Fifa, die zum Teil brutal niedergeschlagen wurden.

In der kommenden Woche besteht die Gelegenheit, sich aus erster Hand ein genaueres Bild über die aktuelle Lage, Hintergründe und Gegenstrategien zu machen. Zwei AktvistInnen aus den südafrikanischen Basisbewegungen sind zu Gast in Aachen, Köln, Bochum, Heidelberg, Dortmund und Wuppertal.

Wir freuen uns auf den Besuch von:
- Zodwa Nsibande aus der Selbstbausiedlung „Kennedy Road“ in Durban. Sie ist eine gewählte Verteterin der "Bewegung der HüttenbewohnerInnen" (Abahlali baseMjondolo, AbM) , der größten Basisbewegung von städtischen Armen in Süd-Afrika. AbM legt großen Wert auf eine konsequente Basisdemokratie und völlige Unabhängigkeit vom regierenden ANC und seinen Bündnispartnern. Diese Haltung hat in der letzten Zeit zu heftigen Repressalien gegen diese und ähnliche Bewegungen geführt. Im letzten Jahr kam es zu von der Polizei geduldeten geweltsamen Attacken auf die Siedlung Kennedy Road. AbM-Aktivistinnen mussten flüchten, einige wurden für Monate in Gefängnissen festgehalten. Dagegen kam es zu Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt. Erst vor wenigen Tagen konnte AbM wieder ein Meeting in Kennedy Road abhalten. Der Besuch von Zodwa Nsibande soll also nicht nur über die wahren Zustände in Süd-Afrika aufklären. Wir verstehen ihn auch als Beitrag zur internationalen Solidarität mit der Selbstorganisation des Armen und Ausgegrenzten in Süd-Afrika und sonstwo.
- Richard Pithouse, ein unabhängiger Aktivist und Politikwissenschaftler an der Rhodes University. Als Wissenschaftler kritisiert er den ANC sowie die
Kürzungs- und Privatisierungspolitik der Regierung gegen die Masse der Bevölkerung. Als undogmatischer Linker versucht er, Lehren aus den südafrikanischen Erfahrungen zu ziehen und plädiert für eine autonome Selbstorganisation der Bewegungen. Als Aktivist unterstützt er vor allem Abahlali baseMjondolo.

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