Wednesday, 23 May, 2012 - 04:02

Ein elefantöses Gefühl.

Neulich war ich im Zoo. Da geh ich immer mal wieder hin, wenn ich Ruhe brauche.
Der Zoo strahlt so eine Gelassenheit aus, die sich der ein oder andere mal ruhig auf das Gemüt schlagen lassen könnte.

Finde ich zumindest.

Denn: Manche Menschen sind so fürchterlich hektisch, rennen herum, betreten laut einen Raum, machen sich bemerkbar, lachen so laut, dass einem fast das Weinglas am eigenen Tisch springt, ja, sie sind einfach da. Ohne, dass man es bemerkt hat, rums, plötzlich ist es vorbei mit der Ruhe.
Die leckeren Spaghetti ai frutti di mare schmecken nicht mehr, der Wein scheint verkorkt, selbst der Espresso Macchiato geht eckig runter.
Und warum das alles?!

Weil man selbst nicht in der Lage ist, sich diese Menschen wegzudenken.

Kennt ihr die Werbung, die, in der die Frau schnippt und schwupps, ist der Mann weg vom Sofa.
Weil er nicht geputzt hat oder die Frau ihren leckeren Schokoriegel alleine genießen möchte oder weil sie einfach zickig ist.
Ich persönlich würde ja nie den Mann meiner Wahl vom Sofa wegschnippen, das wäre doch zu schade.

Wem sollte ich dann all meine Gedanken erzählen?
Mir selbst etwa?
Um Himmels Willen - nein!

Nehmen wir mal an, es ist dunkel draußen und ich sitze plappernd auf meinem Sofa - im Hellen natürlich - was passiert dann mit den Nachbarn?
Entweder, sie interessieren sich nicht für das Gesehene oder sie halten mich für verrückt.
Für neben der Spur.
Für etwas daneben.
Oder gar für seltsam.

Das wäre doch schrecklich!

Und das ist der Grund, warum ich so gerne in den Zoo gehe:
Dort hat man seine Ruhe, kann sich die Menschen, die einen stören, in den Löwenkäfig wünschen oder kann einfach vor sich hinreden - schließlich könnte man ja mit einem Tier reden.

Ich persönlich schätze das sehr.
Ohne rot zu werden.

Neulich habe ich die Frage gehört, ob man denn eigentlich auch rot wird, wenn es dunkel ist.
Und?

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