Weil ich ja so gerne kategorisiere, jetzt mal einen Einblick in meinen Nebenjob:
Es gibt Menschen, die gehen gemütlich abends aus. Ein Bierchen trinken. Oder eine Kleinigkeit essen. Mit einem anschließenden Espresso. Zu diesen gehöre ich auch - wenn ich mal nicht am Tresen stehe.
Dann gibt es Menschen, die gehen abends gereizt aus. Mal dem Kellner das Leben zur Hölle machen. Oder einfach mal so richtig die Sau rauslassen. Die schlechte Laune plakativ vor sich herschieben. Zu diesen gehöre ich nicht. Natürlich nicht! Nur manchmal.
Horst gehört zu beiden Arten.
Der Verheiratete gehört zu der zweiten Art.
Der Gerüstbauer... tja, vermutlich zu einer Mischform aus beiden Arten.
Aber ich - ich gehöre nur zur ersten Art.
WEIL ICH WEISS, WIE ES IST, WENN DIE MENSCHEN EINEN ALS URSACHE FÜR IHREN EIGENEN WELTSCHMERZ SEHEN. UND DAS MEHR ALS DEUTLICH ZEIGEN. DICH SPÜREN LASSEN, WAS FÜR EIN ARSCH DU BIST.
Danke, liebe Gäste.
Ich mag euch auch.
Schlimm ist es, wenn Frauen mit diesen riesen Paketen an Toilettenpapier hereinschlendern, um einen Kaffee zu trinken und sich nichts dabei denken. Das erwähnte ich ja bereits. Die nehmen nicht einmal Rücksicht darauf, welche Bilder dann in meinem Kopf entstehen!
Noch schlimmer ist es, wenn Menschen einen "Latte Matschiato" bestellen, oder einen "Latte Mattatschio". Danke.
Wenn sie Essig-Öl haben wollen zum Salat, und auf Nachfrage, ob sie Vinaigrette meinen, mit ratlosem Gesicht sagen: "Eine Winairett? Äh, ja, nehm ich auch. Da sind aber keine Zwiebeln drin, oder?"
Wenn sie eine "Beionäed" bestellen und "Bionade" meinen. Oder einen "Kombutschäe-Drink". Das sind die selben Menschen, die "Gnotschies" bestellen und die kleinen Kartoffelnüdelchen haben wollen, am besten mit einer Tomatensauce alla kasa.
Hauptsache ganz vorne dabei, wichtig ist, angesagt und hipp zu sein. Cool und lässig. Aber, liebe Leute, dann sprecht es wenigstens so aus, dass man (in diesem Fall der Kellner, wahlweise die Kellnerin) das auch auf Anhieb glauben kann!
Ich mag meinen Nebenjob wirklich sehr.
Ich mag es auch, wenn Abend für Abend die selben Gesichter am selben Platz mit demselben Getränk sitzen, sich amüsieren, lachen und die Tresenfachkraft verhohnepiepeln.
Mit neuen Sprüchen, die nur neu sind, weil sie von vorgestern sind und sich die grauen Gehirnzellen nicht merken konnten, dass dieser Witz schon mal gesagt wurde. Und zwar ziemlich genau vor zwei Tagen. Gleiche Zeit, gleicher Ort.
Manchmal wünschte ich mir, ich wäre nicht Paula und ich wäre woanders.
Einfach weg.
Schüss, woll, ich bin dann mal wech.
Heeeey, ab in den Süden.