Wednesday, 23 May, 2012 - 04:25

Musik und Literatur.

Mir wurde gerade von einem neuen Buch erzählt - da rasiert sich eine Frau ihre Haare. Aber nein, nicht, was ihr denkt.
Weder die Haare unter ihrem Arm, noch die Haare oberhalb ihrer Weiblichkeit. Nein, auch nicht die Haare inmitten dieses weichen, wölbig geformten Etwas. Sondern die Haare, die weiter davon hinten rum wachsen.
Sie kniet sich dafür über bzw. vor einen Spiegel, zieht und zerrt hier etwas auseinander, streckt dort an sich herum um geschickt den Rasierer anzusetzen - um sich ja nicht zu schneiden.
Das brachte mich zu dem Gedanken, Frauen zu bemitleiden. Und Männer auch. Unsere ganze kranke Spezies.
Wir sind getrieben von einem inneren Druck, im Gesamtbild zu bestehen, bloß nicht zu viel Wucher, um jeden Preis Makel verstecken und mitmachen.
Nein, nein, Paula will jetzt nicht eine Gesellschaftskritik loslassen und auch nicht ein Statement abgeben "pro Haare in der Weiblichkeit". Ich gehöre ja auch dazu und bin bemüht um glatte Haut - wo genau, geht hier niemanden etwas an.
Pfui Teufel, dir, der hier schneller Zeile um Zeile weiterspringt!
Aber: Warum kümmern sich nicht alle um ihre Sachen? Warum läuft mir gestern ein Mädchen entgegen, welches ich lediglich von der Cola und den Mini-Portionen Essen kenne, die ich ihr immer serviere, wenn ich in meiner Lieblingskneipe kellnere, und erzählt mir, dass alles scheiße ist, weil sie sich von ihrem Freund getrennt hat, jetzt umzieht und auch besser wieder weitergeht, weil sie sonst anfängt zu heulen.
Hab ich danach gefragt?
Wollte ich das wissen?
Wollte ich wissen, wo sich welche Frau welche Haare entfernt?
Und überhaupt...
Nutzlose Information.
Und da sind wir wieder bei dem Toilettenpapier und bei den Binden.
ES GIBT DINGE, DIE MÖCHTE ICH NICHT WISSEN!!!!
Es gibt Dinge, die sollte man auch besser gar nicht wissen und sich darüber freuen, wenn man sie erfährt, weil die Gelegenheit dafür da ist - oder weil man sie geschenkt bekommt.
Ich höre jetzt neue Musik. Wundervolle Musik, das ist schöner, als mich damit zu befassen, was ich nicht wissen möchte.
Da kann ich die Skip-Taste drücken, wenn mir was nicht passt.
Das sollte mal jemand erfinden - eine Skip-Taste für die Menschen.
Wenn mir etwas nicht gefällt, drücke ich einfach auf den schnellen Vorlauf, die Stimme wird höher und schneller, unverständlich das Gesagte, bis - stopp - und da geht das Gespräch weiter.
Super Idee. Schönes Bild. Das werde ich direkt mal anwenden bei der nächsten Gelegenheit. Einfach das Ohr abschalten und vorspulen. Abwarten. Und wieder entspannen.
Ich liebe.
Ich lebe.
Und möchte das auch anderherum haben.
Paula. Ich bin Paula.

Login or register to tag items
0